Hermsdorf im Osterzgebirge
 
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  Hermsdorfer Lied

Mei Heimatdörfel
Von Hugo Geißler Heimatdichter aus Hermsdorf/Erzgebirge
(1911- 1998)


Dort, wu de Gimmlitz wird geburn,
gor lieblich rauscht zu Tol
und wu se treibt uf ihrem Lauf
de Mühlen uhne Zohl;
Dort wu de Grenz vun Sochsen gieht,
dor Grenzboch heit noch fließt:
Ref.: Dort vun dor Höh’ und aus’m Grund, mei Heimotdörfel grüßt.

Wu uf des Arzgebirges Komm
De grienen Wälder stiehn,
Und wu mor aus dor Arde tief
bricht weißes Kolkgesteen;
Wu ringsrim alte Halden sein,
im Friehgor Huflatt’ch sprießt:
Refr.:

Dort, wu dor Richtergrund sich dehnt
und Hänge lieblich, schen,
an dunkelgrienen Fichtenwald
uralte Mühlen stehn;
Wu’s naufwärts gieht in Köhlergrund,
de Weißboch mormelnd fließt:
Refr.:

Wu hinnern mcht’gen Buchen sich
dor Buchenwag hinzieht,
dan Summorfrischler, jung und alt
su gerne wandern gieht,
wu du inmitten grienen Fichtenwald
uf steiler “Bostei” stiehst:
Refr.:

Durt, wu dor Kerchtorm rogt zer Höh’
wu’s Glöckel lieblich schollt,
wu an dor neien Schule oft
dor Kinnerlärm verhollt;
wu an mein Voterhaus vorbei
dor Dorfboch mormelnd schießt:
Refr.:

Dort, wu mor sinsten Zull einnohm’,
wu heit nuch’s “Zullhaus” stieht,
wu Summeorgäste, olleng ha,
erneiern ihr Geblüt;
wu’s Bahnle keicht vun Hulzho rauf,
dos Pfeifen net vergisst,
Refr.:

Wu sich de Stroß noch Fronschten schlingt,
wu’s dorch’n Kreizwald gieht,
wu sinsten’s alte Forschthaus stand
und itzt’s Buschhaus stieht,
wu du monch’ Flackel findst,
o’s Knuchenbüschel is,
Ref.:

Du grüßt mich o in weiter Fern’
du Heimotdörfel mein,
wu überoll im annern Land
ich einsom bie, allein;
wenn rings im mich is olles fremd,
du immer bei mir bist,
Ref.:
mich vun dor Höh’ und aus’m Grund
mei Heimotdörfel grüßt.

H.G. 1947
   

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